Studioleiter Andreas trainiert für die Paralympics 2016


Von FitX-Redaktion | Foto : FitX

Auf den ersten Blick merkt man gar nicht, dass an Andreas etwas besonders ist. Bei dem leidenschaftlichen Sportler stehen zwei- bis dreimal die Woche Krafttraining, fünf mal fünf Wiederholungen Bankdrücken, Klimmzüge und Dips auf dem Plan. Ein typisches Training für Andreas.

Dazu kommt noch zwei- bis dreimal die Woche Techniktraining fürs Speerwerfen. Das macht Andreas aktuell im Kursraum mit Medizinbällen. Ab dem Frühjahr, wenn das Wetter besser ist, geht es dann dafür auch wieder raus auf den Platz.

Was daran jetzt so besonders ist: Andreas macht das Ganze mit nur einem Arm. Mit 18 Jahren verlor er bei einem Starkstromunfall seinen linken Arm. Seitdem hat sich sein Leben stark verändert - wie Andreas heute sagt aber nur zum Positiven. Das klingt für viele im ersten Moment vielleicht etwas paradox. Andreas erklärt: „Ich mache jetzt eigentlich nur noch das, was mir Spaß macht und das, was ich wirklich will. Mir ist bewusst geworden, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Ich möchte einfach nur glücklich und zufrieden sein und Dinge machen, die mich im Leben weiterbringen“. Da Sport schon immer alles in seinem Leben war und er sich niemals einen reinen Bürojob vorstellen könnte, hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und startete nach seiner  Zeit als freiberuflicher Personaltrainer mit einer Festanstellung als Trainer bei FitX durch.

Mittlerweile ist Andreas Studioleiter im FitX-Studio Berlin-Waidmannslust, womit er ein weiteres persönliches Ziel erreicht hat. Aktuell ist diese Rolle noch neu für ihn: „Dinge wie Urlaubs- und Personalplanung sind immer noch eine Herausforderung für mich.“ Eine Herausforderung, die Andreas gerne annimmt, denn für ihn ist der Mix aus Bürojob, Kundenkontakt und Kursen eine super Abwechslung.

Sein nächstes persönliches Ziel ist nicht gerade niedrig gesteckt. „Ziel fürs Speerwerfen ist natürlich schon 2016 nach Rio zu den Paralympics zu kommen und wenigstens daran teilzunehmen.“ Zum Speerwurf kam Andreas erst wieder, als ein Freund ihm erzählte, dass es jetzt auch als paralympische Disziplin anerkannt ist. Seit Anfang 2014 trainiert Andreas für diesen Traum und verliert sein Ziel nicht aus den Augen. „Ich bin jemand, der schlecht verliert. Natürlich würde ich schon gerne in den vorderen Bereich kommen.“

Doch Andreas steht auch dem Behindertensport in Deutschland etwas kritisch gegenüber. Er vermisst die mediale Unterstützung und wünscht sich beispielsweise mehr Übertragungen der WM oder der Paralympics. „Es ist zwar schon mehr geworden, öffentlich gibt es sonst aber noch keine Honorierung des Behindertensports. In der Werbung sind ausschließlich gesunde Sportler zu sehen und die Vermarktung des Behindertensports ist generell zu wenig in Deutschland.“

Andreas zeigt, wie es möglich ist, trotz eines schweren Schicksalsschlages glücklich zu sein und das Beste daraus zu machen. Für viele wäre der Verlust des Arms eine starke Einschränkung, Andreas ist der beste Beweis dafür, dass es nicht unbedingt so sein muss. „Mittlerweile wüsste ich nicht mehr, was ich mit zwei Armen machen sollte, weil ich mich so daran gewöhnt habe, alles mit einem Arm zu machen.“, sagt er.

Es ist schön zu sehen, wie Andreas seine Ziele erreicht und Herausforderungen annimmt. FitX ist stolz, einen solchen Mitarbeiter zu haben und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg!

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